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Die Olympischen Spiele hatten schon einige Krisen zu bewältigen
Sport
International|25.03.2020

Weltkriege, Terror, Doping, Korruption: Das IOC ist krisenerprobt

ALLGEMEINES - Die Olympischen Spiele in Tokio sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus verschoben. Es ist nicht die erste Krise in der Geschichte des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Ein Überblick.

Die Olympischen Spiele hatten schon einige Krisen zu bewältigen

ALLGEMEINES - Die Olympischen Spiele in Tokio sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus verschoben. Es ist nicht die erste Krise in der Geschichte des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Ein Überblick.

Die grössten Krisen des IOC seit dem Ersten Weltkrieg:

ABSAGEN DURCH WELTKRIEGE: Die für 1916, 1940 und 1944 vorgesehenen Austragungen der Olympischen Spiele in Berlin, Tokio und London werden wegen den Weltkriegen abgesagt.

HITLER-SPIELE: Die Sommerspiele 1936 in Berlin nutzen die regierenden Nationalsozialisten und Reichskanzler Adolf Hitler zu Propagandazwecken, um sich positiv in der Welt darzustellen. Jüdische Sportler wie die Fechterin Helene Mayer dürfen nur auf internationalen Druck an den Spielen teilnehmen.

TERRORANSCHLAG VON MÜNCHEN: Bei den Sommerspielen in München überfällt am 5. September 1972 die palästinensische Terror-Organisation Schwarzer September die israelische Mannschaft im Olympischen Dorf. Die Geiselnahme endet mit der Ermordung aller elf israelischen Geiseln sowie mit dem Tod von fünf Geiselnehmern und eines Polizisten. Nach einem Unterbruch werden die Spiele fortgesetzt. Der damalige IOC-Präsident Avery Brundage sagt den historischen Satz: "The games must go on."

BOYKOTTE: 1980 boykottieren die USA und 64 westliche Staaten die Sommerspiele in Moskau. Grund ist die sowjetische Invasion Afghanistans ein Jahr zuvor. Allerdings beteiligen sich 16 westliche Staaten nicht am Boykott, darunter die Schweiz, die wie Grossbritannien, Frankreich und Italien unter olympischer Flagge teilnimmt. Die Sowjetunion und 14 Ostblockstaaten boykottieren daraufhin die Spiele 1984 in Los Angeles.

BESTECHUNGSAFFÄRE: Eine Bestechungsaffäre um die Winterspiele 2002 in Salt Lake City trifft das IOC ins Mark. Ende 1998 wird bekannt, dass mehrere IOC-Mitglieder vom Organisationskomitee der Winterspiele 2002 in Utah bestochen worden sind, um bei der Wahl des Austragungsortes die Stimmen dieser Mitglieder zu erhalten. Sechs IOC-Mitglieder werden auf Lebenszeit gesperrt, vier treten zurück. Umfangreiche Reformen im IOC sind die Folge.

RUSSISCHER DOPING-SKANDAL: Im Zuge des Doping-Skandals in Russland entscheidet sich das IOC gegen eine Kollektivstrafe für das Land und lässt nach individueller Prüfung russische Athleten an den Sommerspielen 2016 in Rio teilnehmen. Kurz vor der Eröffnungsfeier weist Sonderermittler Richard McLaren Staatsdoping in Russland nach. Ausserdem sind laut Report Doping-Proben der eigenen Athleten bei den Winterspielen 2014 in Sotschi ausgetauscht worden. Für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang wird Russland vom IOC suspendiert. 168 russische Sportler sind nach Einzelprüfung dennoch am Start.

CORONAVIRUS-PANDEMIE: Die Vorbereitungen auf die Sommerspiele 2020 in Tokio werden von der Coronavirus-Pandemie überschattet. Trotz der sich rasant weltweit ausbreitenden Krise halten das IOC und Gastgeber Japan lange und trotz globaler Proteste an dem geplanten Austragungstermin vom 24. Juli bis 9. August fest. Erst nach grösser werdendem Druck, steigender Infizierten- und Totenzahlen einigen sich IOC und der Olympia-Gastgeber auf eine Verlegung ins nächste Jahr.

(sda / dpa)

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